IoT: Was passiert, wenn Maschinen sich mitteilen?

Das „Internet of Things“ (IoT)

„Internet of Things“ (IoT) bedeutet, dass Menschen und internetfähige Maschinen über spezielle Apps und die Cloud jederzeit und überall miteinander kommunizieren können. Mancher denkt dabei an verstörende Dystopien, wie sie Hollywood in Filmen wie „Terminator“ oder „Matrix“ ausbreitet. So schlimm muss es in der Realität allerdings nicht kommen. Aktuelle Praxisbeispiele zeigen, wie nützlich das IoT sein kann:

  • In einem „Smart Home“ können Heizung und Beleuchtung nach den Bedürfnissen der Bewohner gesteuert werden, was nicht nur den Komfort erhöht, sondern auch Energie spart.

  • „Wearables“ überwachen Trainingsdaten und Körperfunktionen, sodass Ernährung und Training optimiert werden. Schon heute fördern Krankenkassen den Kauf von Fitness-Trackern und Smartwatches, um Anreize für einen gesundheitsbewussteren Lebensstil zu schaffen.

  • Mit Sensoren ausgestattete Kühlschränke oder Kaffeemaschinen führen Nachbestellungen automatisch aus und sorgen damit für weniger Einkaufsaufwand und mehr Freizeit.

IoT in der Arbeitswelt

IoT macht nicht nur das Privatleben leichter, sondern auch die Arbeitswelt. So können Mitarbeiter Produktionsanlagen per Tablet-App effizienter überwachen und steuern, als wenn sie ständig in der Nähe der Maschinen sitzen müssten. Besonders Deutschland könnte vom IoT profitieren, denn das „Herz“ der hiesigen Volkswirtschaft schlägt in der B2B-Industrie. Konsequente Digitalisierung würde den Vorsprung deutscher Maschinen- und Anlagenbauer auf dem Weltmarkt weiter ausbauen, denn Maschinen ohne Software werden in Zukunft Seltenheitswert haben. Umgekehrt gilt: Wer das IoT ignoriert, riskiert den Verlust von Marktanteilen und muss schlimmstenfalls neuen Wettbewerbern das Feld räumen.

tresmo: Quick Check IoT-Relevanz

Die Auswirkungen sind riesig. Marktforscher haben errechnet, dass IoT bis zum Jahr 2022 – im öffentlichen und privaten Sektor – ein Wertschöpfungspotenzial von 19 Billionen US-Dollar birgt. Unternehmen können ihr IoT-Potenzial vor allem über fünf Hebel realisieren:

  • Eine Höhere Ressourcen- und Prozesseffizienz, u.a. durch lernfähige Maschinen

  • Die Aufwertung von Produkten und Dienstleistungen durch digitalen Zusatznutzen

  • Personalisierte Angebote und automatisierte Vertriebsprozesse durch vernetzte Alltagsobjekte

  • Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle durch digitale Dienstleistungen

  • Die Entscheidungsunterstützung oder -findung durch aus vernetzten Objekten gewonnene Daten

Risiken des IoT

Das Internet der Dinge birgt allerdings auch Risiken. Fehlende Kompetenzen und mangelnde Flexibilität bei der Einführung können Folgeinvestitionen nach sich ziehen, und durch Sicherheitslücken drohen Daten- und Kontrollverlust. IoT-Anwendungen müssen deshalb nicht nur eine hohe Wertschöpfung ermöglichen und durch Funktionalität und Bedienkonzept ihre Nutzer überzeugen, sondern auch höchste Sicherheit bieten.

Beispiel aus unserer Projektpraxis: IoT im Smart Home

Eine für Millionen Heizungen eines führenden Herstellers entwickelte Smart Home-Lösung erforderte eine ausgeklügelte Konzeption der IT-Architektur einschließlich Big-Data-Lösungen und Schnittstellen, die Entwicklung von Komponenten wie APIs, IoT-Plattform und mobile Apps sowie ein laufendes Programm-Management mit zahlreichen Spezialisten. Die Smart Home-Lösung lieferte einen erheblichen Mehrwert für Heizungsbesitzer und Hersteller: Erstens nahm die Bequemlichkeit für den Nutzer zu, der seine Heizung vom Smartphone aus steuern kann und dabei durch Benachrichtigungen unterstützt wird. Zweitens erhöhte sich die Energieeffizienz durch permanentes Monitoring und laufende Optimierung sowie ein intelligentes Datenmanagement. Und drittens stieg die Wartungseffizienz, denn Probleme werden per Fernwartung entdeckt und behoben. Der Aufwand war also hoch, doch er lohnte sich für alle Beteiligten.