Der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer besucht tresmo auf der automatica

Zum zweiten Mal war tresmo auf der automatica im Bereich IT2Industry in München mit einem Messestand vertreten. Neben zahlreichen IT-Firmen und Branchenexperten, besuchten rund 43.000 Fachbesucher und 833 Aussteller aus 47 Ländern die diesjährige Messe.

Bereits am ersten Messetag gab es für uns ein erstes Highlight: Begleitet von Vertretern der Presse, besuchte uns der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer und tauchte umgehend in einen angeregten Dialog mit CEO Jan Rodig zu den Themen Plattformökonomie und Geschäftsmodellinnovationen ab. Der gut informierte Pschierer sieht im Trend zu dominierenden Plattformen in immer mehr Wirtschaftsbereichen zugleich eine riesige Chance aber auch ebenso große potenzielle Bedrohung für die überwiegend mittelständisch geprägte deutsche Industrie. Gemeinsame Fotos und die Übergabe des Buches „Industrie 4.0 – Potenziale erkennen und umsetzen“, das Jan Rodig mit verfasst hat, rundeten den kurzen und spannenden Austausch ab.

alt Bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer und Jan Rodig, CEO tresmo

tresmo beim IT2 Industry-Forum auf der automatica

Danach ging es für Jan gleich zur ersten Paneldiskussion zum Thema “IoT-Plattformen”. IoT Plattform-Geschäftsmodelle sind noch ein relativ junges Thema, um das sich jedoch bereits ein harter Wettbewerb um die Kunden entwickelt.

Die Paneldiskussion im IT2 Industry-Forum beleuchtete die Funktionen von IoT-Plattformen, Datenstandardisierung, Sicherheit und Connectivity, und wie die Auswahl der richtigen Plattform gelingt. Zu der branchenübergreifenden Diskussion, waren neben Jan, Peter Burghardt von techconsult, Klaus Holzhauser von der CXP Group, Michael Emmer von der Space Net AG, sowie Paul Martin Halm der Device Insight GmbH, der die Diskussionsrunde mit Analysen und Zahlen zum Potenzial im IoT-Markt und der Rolle Deutschlands bei der Entwicklung des IoT-Marktes ergänzte, geladen.

Die angeregte Diskussion brachte unter anderem zwei Faktoren auf den Punkt: Viele Unternehmen scheitern bei der Auswahl einer geeigneten Plattform bereits am ersten, entscheidenden Schritt, die eigenen Anforderungen zu erkennen und systematisch zu erfassen. Zudem sei auf dem stetig wachsenden Plattform-Angebot eine Vertikalisierung – also die Spezialisierung auf bestimmte Branchen und Anwendungsfälle – zu beobachten.

42 Prozent der Unternehmen beurteilen das gegenwärtige und zukünftige Potenzial von IoT-Geschäftsmodellen als hoch und sehr hoch. Laut BCG steigt das Volumen des IoT-Marktes von 60 Mrd. Dollar im Jahr 2015, auf 250 Mrd. Dollar im Jahr 2020 weltweit – IDC geht sogar von 720 Mrd. Dollar aus. 21 Mrd. sollen dabei auf Deutschland entfallen. Deutschland könnte im IoT-Umfeld eine dauerhafte Führungs- und Spezialistenrolle einnehmen – ein Argument, das in der Runde kontrovers diskutiert wurde.*

*Quelle: TechConsult

alt Paneldiskussion zum Thema “IoT-Plattformen”

Ohne Pause ging es für Jan zur – von Armin Barnitzke von der „Automationspraxis“ moderierten – zweiten Podiumsdiskussion mit Dr. Christian Schloegel von der KUKA AG und connyun, Frederik Brantner der Magazino GmbH und Dr. Daniel Boese, Senior Advisor to McKinsey, zum Thema „Gewinner und Verlierer der digitalen Revolution“ im automatica-Forum. Die Runde war sich einig, dass die größte Gefahr für die deutsche Industrie mittelfristig nicht aus den USA drohe, sondern aus China. Grund dafür: Massive Investments in KI sowie der starke Produktions-Hintergrund der Chinesen.

Überraschenderweise seien auch IT-Abteilungen häufig die Verlierer der Digitalisierung, da sie mangels 4.0-Kompetenzen häufig bei den Digitalisierungsprojekten gar nicht eingebunden werden. Weiterhin ging es um die Frage, inwieweit sich die digitale Transformation eines Unternehmens vollumfänglich durchplanen ließe. Gewinner seien vor allem die Unternehmen, die erkannt haben, dass die Digitalisierung sich durch “Schnellboote", also kleine, agile Projekte, die Success-Stories im Unternehmen und Know-how akkumulieren und nicht wie bisher, durch top-down-Projekte umsetzen lassen. Ein entscheidender Aspekt für den Wandel sei die richtige Unternehmenskultur.

alt Podiumsdiskussion „Gewinner und Verlierer der digitalen Revolution“

Vortrag „Erfolgreiche Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 und IoT”

Neben dem Austausch mit zahlreichen Messeinteressenten wurde immer wieder deutlich: Bei immer mehr Produkten sind die physischen Grenzen der Optimierung erreicht. Maschinen, Anlagen und Geräte werden zunehmend zum austausch- und vergleichbaren Gut, sodass sich Wettbewerbsvorteile auf herkömmliche Weise kaum noch erzielen lassen. Ein gefährlicher Trend für Industrieunternehmen. Wirksame Differenzierung ist somit nur noch über innovative digitale Services und neue Geschäftsmodelle möglich. Doch welche Optionen haben Unternehmen und wie startet ein mittelständisches Industrieunternehmen ein erfolgreiches IoT-Projekt?

Bewährte Vorgehensweisen bei IoT-Projekten zeigte Jan Rodig am 21.6. in einem Vortrag zum Thema „Erfolgreiche Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 und IoT – Learnings aus über 35 Projekten“ im IT2I Forum – inklusive zahlreichen Praxisbeispielen aus dem deutschen Mittelstand – beispielsweise von TRUMPF und Viessmann – die wesentlichen Gestaltungsoptionen für IoT-Geschäftsmodellinnovationen auf und beleuchtete einige typische Fallstricke.

Unsere Learnings von der diesjährigen automatica

Konkret konnten wir von der automatica mehrere Learnings mitnehmen:

  • Automatisierungsanbieter befürchten Kommoditisierung, wenn sie zukünftig nur noch Hardware liefern, die an Plattformen Dritter angeschlossen sind.

  • Predictive Maintenance wird in einigen Marktsegmenten langsam vom exotischen Gimmick zum Standard – teilweise auch ohne Aufpreis.

  • Viele digitale Anwendungen werden noch immer stark von der Strategie des Unternehmens her sowie auf Basis der Ideen der Ingenieure entwickelt. Das bedeutet: Vorbildliche kundenzentrierte digitale UX ist noch immer selten.

  • Industrie 4.0 wird immer mehr zum beherrschenden Thema der Industrieautomation. IoT-Plattformen sind gegenwärtig ein zentrales Thema der Branche.

„Die automatica erreicht eine neue Dimension. Sie hat die Zukunft der Produktion gezeigt – mit tiefen Einblicken in die Möglichkeiten der Digitalisierung, der Mensch-Roboter-Kollaboration und der professionellen Servicerobotik.“ berichtete Falk Senger, Geschäftsführer Messe München. Das Interesse am Bereich IT2Industry mit dem Fokus auf vernetzte Produktion ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen.

Für uns steht fest: Wir werden auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein und unser Know-how und Erfahrungen in und mit IoT-Projekten weitergeben.